Leonie Müller und Xenia Jeromin gewinnen die Doppelkonkurrenz beim TE in Wahlstedt

Bereits zum 6. Mal fand in der vergangenen Woche das Junior Future im Tennis Leistungszentrum Wahlstedt statt. Über 250 Turniere in ganz Europa ziehen sich wie eine Perlenschnur aneinander. Internationale Stars wir Rafael Nadal, Novak Djorkovic und Ana Ivanovic verdienten sich hier ihre ersten Sporen. Wahlstedt richtet das einzige Turnier in Schleswig-Holstein aus. 115 Spielerinnen und Spieleraus 16 Nationen der Altersklasse U 12 hatten gemeldet. Etwas weniger, als in den Vorjahren. Doch darauf kam es Tennis-Wahlstedt Chef und Präsident des Tennisverbandes Schleswig-Holstein, Frank Intert, auch gar nicht an: „Auf die zeitliche Ansetzung des Turnieres haben wir keinen Einfluss. Das macht Tennis Europe. Uns ist wichtig, in einer entspannten, für die Athleten schon fast familiären Atmosphäre, die Plattform für ein internationales Miteinander zu bieten“, sagt Intert. Dafür steht ein vielköpfiges Team zur Verfügung. „ Landestrainer Herby Horst, der mit unseren jungen Spielern viele Junior Futures in Europa besucht, berichtet, dass woanders häufig nur ein Turnierdirektor und ein Oberschiedsrichter dabei ist.“ Anders in Wahlstedt. Zum Beispiel Gerd Jeguschke, Erwin Andresen und Dorian Menke vom Arbeiter-Samariter-Bund. „Wir sind seit drei Jahren dabei“, berichtet Andresen. „Damals sprangen wir für das DRK ein, das sehr kurzfristig abgesagt hatte. Nun sind wir fast schon inventarisiert“, schmunzelt der ASB-Mann. Blasen und Schürfwunden waren am meisten zu behandeln. Aber auch Asthma-Anfälle. „Wichtig ist es, die Jugendlichen erst einmal wieder runter zu bekommen“, berichtet Jeguschke. Aber auch kuriose Verletzungen waren zu behandeln. „Die Schiedsrichter holen sich gern mal Schnittwunden beim Öffnen der Balldosen. Die haben nämlich ziemlich scharfe Kanten“, sagt Andresen, „ein besonderer Spezi ist Schiedsrichter Hendik Oehr. Den haben wir gleich zweimal verbunden.“
Doch am Finaltag am Samstag ging es auf den Tenniscourts verletzungsfrei zu. Bei den Mädchen gewann Sarah Müller 6:1, 6:0 gegen die Belgierin Sofia Costoulas. Müller, die aus Saarbrücken kommt und dort ein Sportgymnasium besucht, hatte nur im Viertelfinale gegen die Niederländerin Steur etwas mehr Gegenwehr (6:3, 6:4). Die 12-jährige Müller spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Tennis. Ihr Ziel ist es, einmal Profi zu werden. „Aber vorher will ich mein Abi machen“, erzählt der Fan von Angelique Kerber. Von Wahlstedt geht´s zum nächsten Future nach Kufstein und von dort in den Urlaub an den Gardasee. „Da werde ich eine Woche keinen Tennisschläger anfassen“, freut sich Müller.
Bei den Jungs setzte sich Luka Novakovic aus den Niederlanden in einem hochklassigen und spannenden Match mit 7:5, 6:4 gegen den Briten William Jansen durch. Dieser hatte Pech. An der Seite von Kilian Feldbausch (Schweiz) verlor er auch das Doppelfinale mit 4:6, 4:6 gegen die polnische Kombination Lechno- Wasiutynski/ Matuszewski. Hier passte Stuhl-Schiedsrichter Hendrik Oehr besonders auf: „Der Trainer von Jansen gibt seinem Schützling gern mal Tipps. Und coaching ist verboten.“ Tatsächlich sprach Oehr während des Doppels eine Verwarnung aus. „Aber ansonsten hatten wir diesem Jahr keine Probleme“, resümiert Oehr, „doch teilweise stehen die Youngster ihren großen Vorbildern um nichts nach. Das Stöhnen und Schlägerschmeissen ist ja schon fast normal. Aber bei zu derben Schimpfwörtern habe ich auch Verwarnungen und Punktabzug verteilt. Das müssen die Kids gleich lernen.“
In der Doppel-Konkurrenz der Mädchen setzten sich die Deutschen Xenia Jeromin und Leonie Müller mit 7:6, 7:6 gegen die Kaat Coppez/ Sofia Costoulas (Belgien) durch.
Während der Finals lehnte sich Turnier-Chef Patrick Mackenstein entspannt zurück: „Das war alles entspannt. Vor allem hat uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Brigitte Becker von der Turnierleitung pflichtet ihm bei: „Alles ohne Stress. Wir sind ein seit Jahren eingespieltes Team. Das passt.“
Derweil nimmt sich Erwin Andresen das Netz und zieht den Platz ab. „Sein Kumpel Gerd Jeguschke lacht: „Ja, wir sind hier nicht nur zum Plastern dabei. Uns macht das insgesamt riesigen Spaß. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei!“
Jörn Boller

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